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Achim Freyer
* 30.03.1934
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»Mein Theater der zusammengesetzten, sich ständig verwandelnden Figuren erzählt jenseits von Logik, Interpretationen und Imitation der Welt in eigenen, immer neuen Regeln. Es ist kein Spiel des Scheins, es stellt nicht etwas dar, es ist, was es ist. Aber es ist nur, weil es jenseits des Portals lebt und durch das Portal ein Bild ist, sozusagen auf der Bildfläche erscheint. Eine Bilderwelt, offen dem Betrachter für das Abenteuer seiner sinnenhaften Entdeckungsreise.«
Achim Freyer
Der Maler, Bühnen- und Kostümbildner Achim Freyer ist einer der bedeutendsten Theatermacher der Gegenwart. Als Ausstatter von Ruth Berghaus, Adolf Dresen und Benno Besson erregte der Meisterschüler von Bertolt Brecht in der DDR Aufsehen und heftigen Widerspruch. Nach der Flucht in den Westen war Achim Freyer einer der wichtigsten Köpfe des Theaters der Bühnenbildner, der mit seinen Bildaussagen Inszenierungen prägte und bald selbst die Regie übernahm.
Erste umstrittene Operninszenierungen wie Iphigenie auf Tauris (1979) oder Der Freischütz (1980) begründeten seinen Ruf als innovativer Regisseur, der bald an vielen europäischen Opernhäusern Regie führte.
1988 gründete er das Freyer-Ensemble, mit dem er zahlreiche eigene Stücke, in denen sich darstellende mit bildender Kunst verbindet, auf die Bühne gebracht hat. Heute inszeniert Achim Freyer weltweit. Neben Oper und Schauspiel hat er zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten (Kagel, Schnebel, Lachenmann u.a.) realisiert. Seine Produktionen stehen oft viele Jahre auf den Spielplänen. Als Maler stellt er weltweit aus.
Werkübersicht
Schauspielinszenierungen entstanden am Berliner Schloßpark- und Schillertheater, am Berliner Ensemble (u. a. Hamlet 2000) sowie am Burgtheater Wien (u. a. die Theatertrilogie Metamorphosen Des Ovid 1987, Woyzeck 1989, Phaeton 1991, Der Diener Zweier Herren 1997 und die Uraufführung Die Eingeborene 1999). Ein Fest Für Boris von Thomas Bernhardt inszenierte er 2002 für das Berliner Ensemble.
Operninszenierungen führten ihn u. a. nach München, Basel, Amsterdam, Wien, Berlin, Paris und Salzburg. Er inszenierte 1980 in Stuttgart Webers Der Freischütz und 1982 in Hamburg Mozarts Die Zauberflöte, eine Inszenierung, die Theatergeschichte geschrieben hat und die noch heute nach 20 Jahren Triumphe in ausverkauftem Hause feiert. Dieses Werk interpretierte er gleichfalls 1991 in Wien, 1997 für die Salzburger Festspiele und 2002 für die Schwetzinger Festspiele und die Opéra National du Rhin in Straßburg.
Weitere Regiearbeiten waren u. a. Glucks Orfeo ed Euridice 1982 an der Deutschen Oper Berlin, Rossinis La Cenerentola 1997 an der Wiener Volksoper und Bachs h-Moll-Messe als szenische Uraufführung für die Schwetzinger Festspiele 1996. Im selben Jahr entstand eine Inszenierung von Mozarts Don Giovanni in Venedig sowie 1998 als Koproduktion für die Schwetzinger Festspiele, Straßburg, Lissabon und Montpellier. Wagners Tristan Und Isolde inszenierte er 1994 in Brüssel.
Für seine Inszenierung von Turandot/Persephone 1994 in Venedig wurde er mit dem italienischen Kritikerpreis für die beste Inszenierung des Jahres ausgezeichnet.
Bei den Wiener Festwochen inszenierte er 1998/99 Monteverdis L'Orfeo (in Koproduktion mit der Bayerischen Staatsoper München) und 1999/2000 Schumanns Genoveva (in Koproduktion mit der Oper Leipzig). Für die Schwetzinger Festspiele 2001 erarbeitete er Haydns selten gespielte Oper L'anima del filosofo, ossia Orfeo ed Euridice und für die Deutsche Oper Berlin 2001 eine szenische Version von Verdis Messa da Requiem.
2002 erfolgte sein USA-Debüt mit einer überarbeiteten szenischen Realisierung der h-Moll-Messe an der Los Angeles Opera. Seine jüngsten Arbeiten sind Richard Strauss' Salome (Deutsche Oper Berlin, 2003) und Hector Berlioz' La Damnation de Faust (als Koproduktion der Los Angeles Opera und der Opera Narodowa, Warschau, 2003). Im April 2004 hat er die Händel-Oper Ariodante an der Oper Frankfurt inszeniert. In Achim Freyers Schaffen nehmen Musiktheater-Uraufführungen einen großen Raum ein, wie u. a. die Philip-Glass-Trilogie in Stuttgart Satyagraha (1981), Echnaton (1984), Einstein on the Beach (1988) und Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Helmut Lachenmann an der Hamburgischen Staatsoper (1997). Für Dieter Schnebel entstanden u. a. Körper-Sprache, Maulwerke und Vergänglichkeit (UA Hamburg 1991) sowie an der Oper Leipzig die Uraufführung von Majakowskis Tod - Totentanz 1998 und Werke von Mauricio Kagel, Philip Glass, Erhard Großkopf und Alvin Curran.
Großen Erfolg hatte die Uraufführung der Oper von Salvatore Sciarrino Macbeth, die bei den Schwetzinger Festspielen Premiere hatte und in der Folge u. a. in Frankfurt, Graz und New York zu sehen sein wird. Eine seiner jüngeren Arbeiten war die Weltpremiere von Luca Francesconis Ballata an der Opéra La Monnaie in Brüssel (Herbst 2002).
Mit dem 1992 von ihm gegründeten Freyer-Ensemble entwickelte Achim Freyer eine vollkommen eigenständige Theatersprache und realisierte in einem Zeitraum von zehn Jahren über 20 eigene Stücke. Darüber hinaus ist das Freyer-Ensemble ein fester Bestandteil seiner großen Opern- und Schauspielproduktionen.
2005 inszenierte Achim Freyer am Nationaltheater Mannheim seine vierte Zauberflöte , diesmal mit seinem Ensemble und in der musikalischen Bearbeitung von Alexander von Zemlinsky. 2006 folgte die fünfte Version des Mozart‘schen Werkes an der Nowaja Opera in Moskau und die sechste am Teatr Wielki in Warschau. 2007 erlebte Alice in Wonderland (Musik Unsuk Chin) in der Regie von Achim Freyer ihre Uraufführung an der Bayerischen Staatsoper in München. 2008 inszenierte Achim Freyer La traviata am Nationaltheater Mannheim.
Achim Freyer wird die Saison 2008/2009 an der Berliner Staatsoper eröffnen, diesmal als Regisseur von P.I. Tschaikowskys Eugen Onegin.
Von 2009-2011 wird Achim Freyer Wagners Ring des Nibelungen an der Los Angeles Opera inszenieren.
Ausstellungen und Preise
Von 1976 bis 1999 hatte er eine Professur für Bühnenbild an der Hochschule der Künste Berlin inne. Zahlreiche Einzelausstellungen und Beteiligungen an Gruppenausstellungen als bildender Künstler führten Ihn z.B. auf die Documenta nach Kassel (1977 und 1987) sowie nach Berlin, Bonn, Brüssel, Florenz, Hamburg, Moskau, München, Venedig, Wien und Tel Aviv. Achim Freyer erhielt 1999 den Theaterpreis des ITI (Internationales Theater Institut) und die Goldmedaille für seine Retrospektive zur Quadriennale Prag. 2007 erhielt Achim Freyer den Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis.
Weitere Infos unter:
www.freyer-art.de
www.freyer-ensemble.de
Achim-Freyer-Archiv
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Alle Titel zur Person |
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Achim Freyer - Theater
Neumann, Sven (Hg.)/ Achim Freyer
Alexander Verlag Berlin
Das dreibändige Werk ist die erste umfassende Dokumentation der Theaterarbeiten Achim Freyers von 1959 bis 2006. Ein visuelles Fest für jeden Theeaterliebhaber und eine meisterhafte Dokumentation deutscher Theatergeschichte. (...)
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