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Klaus Michael Grüber

* 04.06.1941
22.06.2008

Klaus Michael Grüber studierte zunächst Schauspiel in Stuttgart, bis ihn der Theaterkritiker und -wissenschaftler Siegfried Melchinger auf die Arbeit des Mailänder Regisseurs Giorgio Strehler hinwies. Grüber wechselte als Regieassistent nach Mailand und debütierte am Piccolo Teatro als Regisseur 1967 mit einer Inszenierung von Bertolt Brechts und Anna Seghers Der Prozess der Jeanne d'Arc zu Rouen. 1969 ging er nach Bremen, wo er mit seiner unkonventionellen Inszenierung von Der Sturm von William Shakespeare Aufsehen erregte. Ab 1973 arbeitete Grüber fast ausschließlich an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, in enger Zusammenarbeit mit Peter Stein. Dort schrieben seine Inszenierungen wie die der Bakchen von Euripides 1974 und vor allem der Winterreise nach Hölderlins Hyperion 1977 (aufgeführt im Berliner Olympiastadion) Theatergeschichte. Aufsehen erregte auch die zu Goethes 150. Todestag am 22. März 1982 gespielte, radikal gekürzte Faust-Inszenierung an der Freien Volksbühne in Berlin mit Bernhard Minetti in der Titelrolle.

Kennzeichen von Grübers Arbeit waren mächtige, schwer entschlüsselbare Bühnenbilder, die er gemeinsam mit Künstlern wie Gilles Aillaud, Antonio Recalcati, Eduardo Arroyo oder Anselm Kiefer erarbeitete, und die seinen oftmals kargen Klassiker-Interpretationen gegenüberstanden. Der als scheu geltende Regisseur setzte zudem vor allem zu Schaubühnen-Zeiten auf einen festen Stamm von Schauspielern, zu dem so bekannte Namen wie Bruno Ganz, Otto Sander oder Jutta Lampe gehörten.

Ab den späten Neunzigern befasste sich Grüber fast ausschließlich mit Opern-Inszenierungen, selbst wenn sich sein gemeinsam mit Peter Stein erarbeitetes Konzept einer Ring-Tetralogie für Bayreuth nicht verwirklichen ließ. Zuletzt gestaltete der Regisseur in Salzburg eine Inszenierung von Salvatore Sciarrinos Oper Luci Mie Traditrici. Die Arbeit daran hatte er kurz vor seinem Tod krankheitsbedingt abbrechen müssen.
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Kreuder, Friedemann
Alexander Verlag Berlin
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